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Reisebericht Island (2013)

Geschrieben 03.08.2013 – 1835 (Jeep Forum)


Da ich Euch nicht mit einem weiteren Reisetagebuch bemühen möchte, hier kurz einige meiner Gedanken zur Islandreise 2013, locker garniert mit ein paar jeeplastigen Bebilderungen.


Grundsätzlich habe ich drei Kategorien von Touristen ausmachen können die Island im Sommer auf dem Seeweg besuchen.


Allen gemeinsam ist wohl nur der irre Drang, das nun endlich wärmer gewordene Resteuropa zu verlassen, um sich im hohen Norden bei Wind und Wetter den Allerwertesten abzufrieren. Wie Gnus verlassen sie auf ein unsichtbares Zeichen hin die verdorrten und leergegrasten Weidgründe im Süden, um hoch in den frisch aufgetauten, grünen Norden zu ziehen.


Auf ihrer Reise hinterlassen sie eine breite Spur der Verwüstung am Norröna-Buffet, verstopfen in ihren fremden Sprachen quengelnd sämtliche Zu-, Ab- und Ausgänge, Zoll sowie Aussichtsdeck und Shoppingmeile.


Die Krieger vom kalten Buffet reisen mit dem Bus, von einem ihrer Zunge mächtigen, ortskundigen Alphatier angeleitet von Wasserfall zu Gletscherlauf, von Vulkanen zu Thermalbad und wieder zurück direkt vor die Linse meiner Kamera.


Die Offroader-Fraktion, angeführt von wüstenerfahrenen, auf dem Landy-Kotflügel kaffeekochender Abenteurer macht die zweite Gruppe derIslandreisenden aus. Sie machen zusammen mit der Landcruiser-Liga wohl den Löwenanteil der 4×4 Geschädigten aus. Unter ferner liefen, figurieren da noch einige Jeep- und Unimogfahrer, erstaunlicherweise nicht wenige davon aus Gallien. Eher selten aber doch nicht wegzudenken sind die Verwegenen, die sich mit alten deutschen Feuerwehr- oder Armee-LKWs, Ivecos, Pinzgauern oder Volvos über das Wellblech quälen.


Unterwegs, zumindest auf einspurigem Hochlandschotter, wird den Entgegenkommenden freundlich und sogar automarkenübergreifend zugewinkt und manch einer fotografiert im Versteckten seinen isländischen, hoch und breitbereiften Bubentraum oder das Konkurrenzprodukt eines anderen Offroad-Begeisterten. Es gehört zum guten Ton, vor anstehenden Furtdurchfahrten kurz anzuhalten um dann höflich dem nachfolgenden Schnorchelträger den Vortritt zu überlassen.


Zu der dritten und wohl letzten Kategorie gehören die Zweiräder. Die motorisierten unter ihnen, meist in Lederkluft, rotem Halstuch und so ganz ungewohnt soziuslos, elegant, tiefbrummend durch den feinen Sand stiebend, auf der einen Seite; und die anderen, verbissen auf die Lenkstange starrend mit schierer Muskelkraft dem Unbill der Elementen und dem inneren Schweinehund trotzend unsere sehnigen Radfahrerfreunde. Vor allem letzteren gehört meine aufrichtige Bewunderung! Tagelang, tapfer dem monotonen Rhythmus folgend pedalen sie der Ringstrasse 1 entlang, egal wie mies das Wetter und der Gegenwind ist, scheinbar nur ein Ziel verfolgend, Island aus eigener Kraft zu umrunden.


Eines steht fest, auch für den nicht speziell erwähnten Besuchertypus findet sich auf Island Sehenswertes. Unser Besuch im Norden war ein absolut fantastischer Trip auf dem man sich manchmal wähnt, wie auf dem Mond (Askia), in einem Film (Prometheus, James Bond, Tomb Raider etc.) oder einer Sagenwelt aus den Romanen von Tolkien voller Trolle und anderen mythischen Wesen.

Aber seht selber...